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Die Geschichte des Klosters

Innenraum der Klosterkirche

Anno 1256 ließ der bayerische Herzog Ludwig II., auch "der Strenge" genannt, seine Gemahlin Maria von Brabant wegen vermeintlicher Untreue enthaupten. Im Jahr 1263 gründeten Zisterzienser aus Aldersbach in Niederbayern auf dem "Feld des Fürsten" das dem Herzog als Sühneleistung für seine Tat von Papst Alexander IV. auferlegte Kloster. In der Gründungsurkunde von 1266 wurde es von Ludwig großzügig mit Ländereien und Privilegien ausgestattet. Zwischen 1270 und 1290 entstand die erste Klosteranlage in Backsteinbauweise, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut, erweitert und renoviert wurde. Der Herzog fand nach seinem Tod 1294 in der Klosterkirche seine letzte Ruhe, die genaue Stelle seines Grabes ist heute nicht mehr bekannt. Auch die Verbindung von Ludwigs Sohn, dem späteren Kaiser Ludwig dem Bayern, zur Sühnestiftung des Vaters war sehr eng, er nannte sie "monumentum paternae poenitentiae": Denkmal väterlicher Bußgesinnung. Am 11. Oktober 1347 starb er in der Nähe des Klosters unterhalb des Dorfes Puch auf der Bärenjagd. Sein Herz soll in Fürstenfeld begraben sein.

Ludwig der Strenge

Die beiden Figuren am Übergang zum Chorraum der Kirche halten die Erinnerung an diese beiden Wittelsbacher lebendig, verdeutlichen aber auch das Gewicht und den Einfluss der bayerischen Herrscherfamilie in der Geschichte des Klosters bis zur Aufhebung 1803.
Nachdem der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648) Fürstenfeld großen Schaden zugefügt hatte, gelang es dem wohl bedeutendsten Abt Martin I. Dallmayr (1640 - 1690), die Voraussetzungen für einen inneren und äußeren Neubeginn zu schaffen.
1691 wurde unter seinem Nachfolger Balduin Helm der Grundstein für die barocke Klosterkirche gelegt, 1700 begann der Bau der Kirche. Der damalige Hofbaumeister der Wittelsbacher, Giovanni Antonio Viscardi, war der Architekt, der die Vorstellungen des Kurfürsten Max Emanuel von einem "bayerischen Escorial" verwirklichen sollte.

Ludwig der Bayer

Am 16. Juli 1741 konnte die neue Kirche unter Abt Konstantin Haut durch den Freisinger Fürstbischof Kardinal Johann Theodor, ebenfalls ein Wittelsbacher, geweiht werden. Die Ausstattung nahm jedoch noch mehr als 25 weitere Jahre in Anspruch.
Die Säkularisation 1803 bedeutete schließlich auch für die Abtei Fürstenfeld das Ende. Kloster und Kirche wurden zunächst an einen Privatmann veräußert, 1817 kaufte sie der Staat zurück. Bereits am 13. August 1816 war die ehemalige Klosterkirche Fürstenfeld durch König Maximilian I. Joseph zur königlichen Landhofkirche ernannt worden. Die seelsorgliche Betreuung übernahmen ein Hofkaplan und ein Sakristan. Die Klostergebäude werden seit 1817 bis in die Gegenwart auf verschiedene Weise genutzt: im 19. Jahrhundert als Kaserne und Lazarett, heute als Bayerische Beamtenfachhochschule mit dem Fachbereich Polizei. 1918 waren Kloster und Kirche in den Besitz des Freistaates Bayern übergegangen. Die ehemaligen Wirtschaftsgebäude gehören heute der Stadt Fürstenfeldbruck und werden als Kulturzentrum genutzt.
Der endgültige Abschluss aller Restaurierungsarbeiten wurde 1978 am 16. Juli, dem Weihetag der barocken Kirche, mit einem festlichen Gottesdienst begangen, den Joseph Kardinal Ratzinger, damals Erzbischof von München und Freising und heute Papst Benedikt XVI., mit den Äbten von Mehrerau, Stams, Schlierbach und Ettal und der ganzen Pfarrgemeinde von St. Magdalena feierte.